Auf Wiedersehen & ein herzliches Willkommen!
Gespräch mit Helena Petersen.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat sich die Projektassistentin von Lapurla Anfang Mai 2025 neuen beruflichen Herausforderungen zugewendet. Wehmütig verabschiedet sie sich von allen tollen Menschen im Netzwerk Lapurla und bedankt sich von Herzen für die bereichernde und inspirierende Zeit!
Mit grosser Freude stellt sie sich der Zukunft und mit noch grösserer Freude heisst sie die Nachfolgerin bei Lapurla willkommen: Vorhang auf für Helena Petersen!
Liebe Helena, von Frankreich in die Schweiz und von der Sozialpädagogik zur Kulturellen Teilhabe. Wie ist es dazu gekommen?
Mein Weg hat sich immer mit meinen Interessen und Begegnungen entwickelt. Mit 19 Jahren verließ ich Frankreich mit meinem Rucksack. Aus einer Reise, die nur für ein paar Monate geplant war, wurde die Reise meines Lebens. Von Konstanz in Deutschland kam ich in die Schweiz, wo ich eine Ausbildung zur Sozialpädagogin absolvierte.
Meine ersten Erfahrungen in antroposophischen Einrichtungen mit Menschen mit Behinderungen, in denen Kunst und Kultur eine zentrale Rolle im Leben der Bewohnenden spielen, habe ich mir die Frage nach der Bedeutung von Kreativität im Leben eines Menschen gestellt. Es war auch meine erste Begegnung mit der Art Brut.
Ich habe Kinder in einer Sonderschule und Erwachsene in geschützten Werkstätten betreut. Bei einigen war Kommunikation durch künstlerischen Ausdruck ein Grundbedürfnis. In meiner Diplomarbeit beschäftigte ich mich mit der Frage, wie eine Ethik der Integration von Kunst von Menschen mit Behinderungen gelingt.
Meine Auseinandersetzung mit den UN-Kinderrechten führte dazu, dass ich mich speziell für junge Kinder zu interessieren begann. Ich habe mich dann für die Frühe Kindheit entschieden und mehr als zehn Jahre Erfahrung als pädagogische Leiterin in vorschulischen Betreuungseinrichtungen gesammelt und Kinder, ihre Familien und Fachkräfte der Frühpädagogik begleitet.
Kinder eröffnen so viele Möglichkeiten: Ihre Art, die Welt zu begreifen. Ihre Fähigkeiten zu entwickeln durch ihre Kreativität, ihre Lernbegierde und ihre große Neugier! Mein Interesse an der künstlerischen und kulturellen Bildung im Alltag der Kinder nahm immer mehr Raum ein und prägte meine Aufgabe als pädagogische Leiterin und die Frage, welche Rolle ich für die kulturelle Teilhabe vom frühen Alter an spielen könnte.
Zurzeit absolvierst du den Weiterbildungsstudiengang CAS Kulturelle Bildung. Was waren deine Motivation und die Gründe, diese Weiterbildung zu absolvieren?
Der Wunsch und das Bedürfnis, diese Thematik der kulturellen Bildung zu vertiefen, um sie weitergeben zu können und Teamarbeit zu bereichern. Die Neugier der Teams zu wecken, den Horizont der Möglichkeiten zu erweitern, um gemeinsam neue Projekte aufzubauen.
Was nimmst du vom CAS Kulturelle Bildung mit in dein berufliches und privates Leben?
Alles kann interessant und spannend sein in dem, was wir mit den Kindern erleben!
Es gibt Kultur, wann immer ein Erwachsener und ein Kind eine sinnliche, ästhetische Erfahrung teilen, die unser ganzes Wesen einbezieht. In dieser echten Begegnung finden wir neue Ausdrucksformen, die Räume für Kreativität eröffnen.
Das CAS hat mir bewusst gemacht, dass kulturelle und künstlerische Bildung nicht als ein zu erwerbendes Wissen, sondern vor allem als eine grundlegende Erfahrung für ganzheitliche Bildung betrachtet werden sollte!
Was ist deine Vision für Ästhetische Bildung und Kulturelle Teilhabe in der Frühen Kindheit und wie siehst du deine Rolle bei Lapurla?
Kreativität ist eine Schlüsselkompetenz im Leben! Kinder bringen diese Kreativität von Natur aus mit. Sie müssen in dieser Schlüsselkompetenz unbedingt gestärkt werden! Ästhetische Erfahrung in der Begegnung mit Kindern, in einer Haltung des Empfangens und des gemeinsamen Staunens, ist eine unverzichtbare Grundlage für die Begegnung mit Kunst und Kultur. Die ästhetische Erfahrung ist ein sinnliches und emotionales Erlebnis, das unser ganzes Wesen einbezieht und neue Erkenntnisse über die Welt und sich selbst ermöglichen kann. Diese Dimension der Ästhetische Bildung ist für die Entwicklung des Kindes von frühester Kindheit an unerlässlich.
Lapurla setzt sich seit langem für Prinzipien und Werte ein, die ich meinerseits verteidigen und weitergeben möchte. Da ich in der französischsprachigen Schweiz in der Nähe von Lausanne lebe, möchte ich zu diesem ästhetischen und kulturellen Bewusstsein beitragen und dieses Wissen in den Dienst der Frühen Kindheit stellen. Ich möchte zu diesem Wissens- und Kompetenzaustausch beitragen, der unerlässlich ist, wenn wir den Kindern mehr Raum für Kreativität eröffnen und mehr Verbindungen zwischen der Deutschschweiz und der Romandie schaffen wollen.
Lapurla bietet seit Neustem Dienstleistungen an. Bei welchen Dienstleistungen kannst du deine Leidenschaft und Kompetenzen einbringen?
Lapurla verfügt über fundiertes Fachwissen in den Bereichen ästhetische Bildung, frühkindliche kulturelle Bildung und Teilhabe. Wir möchten diese Expertise gerne teilen.
Als neugierige und enthusiastische Natur bin ich sehr offen für die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit, die durch meine Rolle bei Lapurla entstehen können. Sei es durch die Vernetzung von Fachleuten und Institutionen, durch den Austausch von Wissen und Kompetenzen oder durch Workshops und Schulungen.
Vielen herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute für deinen Einstieg bei Lapurla!