CAS Kulturelle Bildung

Kreativität ermöglichen ab der frühen Kindheit

Hochschule der Künste Bern HKB

Die Studierenden reisen aus der ganzen Schweiz an für die berufsbegleitende Weiterbildung. Denn: Der CAS Kulturelle Bildung ist einzigartig in der Schweiz und mit 5 durchgeführten Lehrgängen seit 2013 erprobt, evaluiert und stetig weiterentwickelt. Der 6. Lehrgang 2019/20 ist ausgebucht, für 2020/21 kann man sich jetzt anmelden.

Lapurla
Foto: Karin Kraus. «Mit Kleinkindern regelmässig ins Kunstmuseum». Ein Pilotprojekt der HKB mit dem Kunstmuseum Bern und der Kita mikado Bern, 2015–17

In der berufsbegleitenden Weiterbildung treffen eine Kitaleitung auf eine Kunstschaffende, eine Logopädin auf eine Kunstvermittlerin, ein Gymnasiallehrer auf eine Spielgruppenleiterin, eine Theaterpädagogin auf eine Primarlehrkraft, eine Figurespielerin auf eine Musikerin: Sie alle sind Suchende nach Gleichgesinnten und Wegen, wie in der täglichen Arbeit mehr Freiräume für Kreativität geschaffen werden kann. Nicht nur für Kinder, auch für sich selbst.

AUFBAU DES STUDIUM MIT EINBLICKEN

Modul 1 | Theoretische Grundlagen: praxisorientiert

Basierend auf aktuellsten wissenschaftlichen Grundlagen führen namhafte Expert*innen in zentrale Themenfelder ästhetischer Bildung und kultureller Teilhabe ein. Dies geschieht in Form von praxisorientierten Referaten, Seminaren und Workshops.

 

Die Studierenden vertiefen sich im Selbststudium weiter in die Themenbereiche und setzen individuelle thematische Schwerpunkte, die für sie aufgrund ihrer aktuellen beruflichen Sitution und persönlichen Interessen relevant sind. 

 

Der Leistungsnachwies besteht in Form einer schriftlichen Arbeit, in der die neuen Erkenntnisse in Bezug auf die eigene Berufspraxis reflektiert werden. 

Modul 2 | Praktische Grundlagen: selber tun

In Modul 2 steht das eigene künstlerische Tun und die Reflexion kreativer Prozesse im Zentrum. Die persönliche  praktische Weiterentwicklung bzw. Horizonterweiterung ist essentiell für die kuntpädagogische Arbeit. Denn: nur was selber erfahren und reflektiert wurde, kann professionell weitergegeben werden.

 

Das Modul findet in einem ersten Teil in Form einer Intensivwoche statt mit. Diese beinhaltet Ateliers mit Einzel-, Partner- und Gruppenworkshops in den Bereichen Bildende Kunst (Zeichnen, Malen, Drucken, Fotografieren), Darstellende Kunst (Improvisation, Figurenspiel, Spiel mit Licht & Schatten, Spiel mit Schwarzlicht) sowie Musik und Bewegung. Der Umgang mit verschiedenen Medien wird auf unterschiedlichste Arten und Weisen erprobt und ausgereizt.

 

Im zweiten Teil des Moduls 2 reisen die Studierenden für einen tägigen Workshop nach Teufen (AR), wo sie der Musiker und ehemalige Waldkindergärtner Marius Tschirky in die Welt der Naturpädagogik einführt. 

 

 

Modul 3 | Netzwerken, Austausch, Reflexion

Dialog-Werkstätten & Nationale Tagung

Die Studierenden des CAS Kulturelle Bildung haben das Privileg, im Rahmen ihrer Weiterbildung an den Dialog-Werkstätten und der nationalen Tagung von Lapurla teilzunehmen.

Vergangene Dialog-Werkstätten

Kommende Dialog-Werkstätten

Nationale Tagung

 

Peerreviews: Hospitation bei Mitstudierenden

Um neue Ideen und Blickwinkel auf die eigene Arbeitsweise zu erhalten und von den Erfahrungen anderer profitieren zu können, besuchen die Studierenden sich gegenseitig in ihrem jeweiligen Praxisfeld bei der Arbeit. Sie geben sich im Anschluss an den Besuch ein strukturiertes Feedback.

Modul 4 | Praxistransfer: erproben

MUSEUMSNACHT BERN & HKB GEHT AN LAND

Nebst der stetigen Umsetzung in die eigene Berufspraxis, erproben die Studierenden gemeinsam ihr neu erworbenes Wissen im Rahmen von HKB-Anlässen, zum Beispiel an der Museumsnacht Bern mit spezifischen Angeboten für Familien mit Kleinkindern. Diese Erfahrungen nutzen sie wiederum für ihre eigene Berufsraxis sowie zur Entwicklung ihres Praxisprojekts.

Praxisprojekte: umsetzen, evaluieren, präsentieren

Die Studierenden setzen ihre neuen Erkenntnisse und Erfahrungen anhand eines selbstständig geplanten künstlerischen Projekts in ihre Berufspraxis um. Bedingung ist, dass Team und Eltern miteinbezogen werden.

Ihre reflektierten Erfahrungen und Learnimgs präsentieren sie öffentlich als Abschluss des Studiums.

Projektberichte & Projektpräsentationen Lehrgang 2018/19

FEEDBACKS ABSOLVENTINNEN

Was waren deine Gründe für die Weiterbildung?

«Für mich ging es klar zuerst um das Bedürfnis der Veränderung. Ich hatte Lust neue Impulse zu bekommen, meine eigene Kreativität, meine Hemmungen kennenzulernen. Sicher auch um Wissen aufzufrischen und zu vertiefen.»

Fachperson Betreuung, heute Kita-Leiterin und selbstständige Atelierleiterin), Jg 1983| Lehrgang 2013/14

«Mit den eigenen Erfahrungen in verschiedensten Schulkulturen gearbeitet zu haben und gleichzeitig auch zu sehen wie die Möglichkeiten für Kinder im künstlerischen Ausdruck limitiert ist, erhoffte ich mir mit diesem CAS auch eine Bewegung unterstützen zu können, welche in diese Richtung geht.»

Kindergartenlehrperson, Jg 1955 | Lehrgang 2015/16

«Ich wollte mehr erfahren über das künstlerische Schaffen mit Kindern. Wie kann ich dies, auf ganz einfache Weise, bereits für die Jüngsten erfahrbar machen. Ich wollte auch meine Pädagogischen Kenntnisse vertiefen, damit ich Inputs aus der Weiterbildung ins Team einbringen kann. Damit ich fachlich und kompetent begründen kann, weshalb ich mich und meine Arbeitsweise verändere. Es soll für alle (Team und Kinder) spür- und erlebbar werden. Auch um neue Wege in der Begleitung von Lernenden zu gehen und ihnen ein breites Spektrum an Möglichkeiten im Arbeiten mit Kindern zu vermitteln.»

Kleinkinderzieherin, Jg 1984 | Lehrgang 2014/15

Was ist für dich rückblickend das Beste am CAS KB?

«Die Fachinputs. Und die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Mit einigen habe ich immer noch regelmässig Kontakt.»

Fachperson Betreuung, heute Atelierleitung MegaMarie K‘Werk Zürich, Jg 1993 | Lehrgang 2016/17 ​​​​​​​

«Profitiert habe ich von der empathischen, fachlich und menschlich gestärkten Leitung, ihrem grossen Netzwerk und der Wertschätzung uns Lernenden gegenüber.»

Spiel- und Waldspielgruppenleiterin, Jg 1961 | Lehrgang 2014/15

«Die Selbsterfahrungen und die Bestätigung um das Wissen, wie wichtig und sinnvoll Kunst, Kultur, Kreativität und Ästhetik für alle Menschen ist, egal welchen Alters.»

Fachperson Betreuung, Jg 1987 | Lehrgang 2016/17

Was machst du seit der Weiterbildung anders in deiner pädagogischen Arbeit?

«Die Auseinandersetzung mit kreativ-gestalterischen Aktionen und Projekten hat einen anderen, fundierteren, entwicklungs-gerechteren Stellenwert erhalten. Ich kann diese Qualität Fachkolleginnen, Eltern, Lehrpersonen mit Hintergrundwissen, Argumenten und eigener Begeisterung näherbringen.»

Kindergarten-Lehrperson & Kursleiterin Kinderatelier, Jg 1973 | Lehrgang 2015/16

«Ich sehe vieles aus einem anderen Blickwinkel und kann begründen, warum welche Prozesse stattfinden. Dies ist vor allem bei meinen Lernenden sehr gefragt.»

Kleinkinderzieherin, Jg 1986 | Lehrgang 2013/14

«Ich begründe fachlich besser und erhalte daher für meine Anliegen mehr Gehör und einen grösseren Spielraum von der KiTa-Leitung und den Eltern. Die Kinder der ganzen Kita profitieren von meiner Weiterbildung, da ich einen Vortrag zum Thema vor den Gruppenleiter*innen hielt und weiterhin stets ein offenes Ohr für Anliegen zu diesem Thema habe. Was rege genutzt wird.»

Fachperson Betreuung, Jg 1987 | Lehrgang 2016/17

Wie hat sich dein berufliches Selbstverständnis durch die Weiterbildung verändert?

«Ich wurde durch den CAS bestärkt und habe Mut erhalten, mich mit zwei Kolleginnen selbständig zu machen, da wir uns mit den Anstellungs- und Arbeitsbedingungen am alten Arbeitsplatz nicht mehr identifizieren konnten.»

Spielgruppenleiterin, Jg 1971| Lehrgang 2016/17

«Leider ist das Verständnis bei den Verantwortlichen für eine kulturelle Teilhabe von Anfang an immer noch sehr klein. Auch die Vernetzungsarbeit zwischen den Stellen, die im Vorschulbereich, Integration und kultureller Bildung steckt noch in den Anfängen und braucht sehr viel Engagement und Überzeugungskraft.»

Museumspädagogin, Jg 1964 | Lehrgang 2015/16

«Es dauerte einige Jahre, bis der Betrieb mein neues Fachwissen erkannte. Ab 2019 gibt es Veranstaltungen, die ich organisiere und durchführe.»

Kleinkinderzieherin, Jg 1970 | Lehrgang 2013/14

Welchen beruflichen Nutzen ziehst du aus der Weiterbildung?

«Es war eine grossartige Bewusstseinserweiterung und Sensibilisierung der Thematik. Diese kommt mir nicht nur im Beruf zu Gute, sondern hat mich auch im Umgang mit meinen Kindern geprägt.»

Bewegungspädagogin, Jg 1981| Lehrgang 2013/14

«Der grösste Nutzen war für mich, dass sich meine persönliche Sicht verändert hat. Mein Unterrichtsstil hat sich verändert in Bezug auf freie Kreativität und Selbstbewusstsein und selbstständiges Arbeiten.»

Kindergartenlehrperson, Jg 1970 | Lehrgang 2014/15

«Es finden andere Angebote für Säuglinge statt. Die Säuglinge erleben wirklich auf ihre Bedürfnis abgestimmte Angebote, und es sind grosse Lernprozesse bei ihnen erlebbar.»

Kitaleiterin, Jg 1969 | Lehrgang 2016/17

«Die intensive Auseinandersetzung und das eigene Auspro-bieren mit diversen Materialien, gemeinsam mit den Kindern. Die Projektarbeit. Diese intensive Zeit war sehr prägend für meine weitere Arbeit mit den Kindern, den Lernenden und dem Team. Sowie die Vertiefung in pädagogische Themen rund um die ästhetische Bildung von Kindern.»

Kleinkinderzieherin, Jg 1984 | Lehrgang 2014/15

Aus welchen Gründen empfiehlst du den Studiengang weiter?

«Weil ich ihn sinnvoll, eigentlich Pflichtprogramm finde, für alle Personen die pädagogisch Tätig sind.»

Fachperson Betreuung, Jg 1987 | Lehrgang 2016/17

«Ausgewogen in Theorie und Praxis, alles hatte Hand und Fuss!»

Kindergärtnerin (pensioniert), Jg 1947 | Lehrgang 2014/15

«Es ist ein gutes Gesamtpaket, welches hilft, sich eine klare pädagogische Haltung anzueignen. Er sensibilisiert und regt mit der Intensivwoche die Wahrnehmung und Wirkung des eigenen Handelns und das Einfühlungsvermögen sowie die Reflexionsfähigkeit an.»

Fachperson Betreuung, Jg 1988 | Lehrgang 2015/16

«Die eigenen künstlerischen Kompetenzen zu erweitern, egal ob man/frau sie für die berufliche Praxis oder privat benötigt.»

DaZ-Lehrerin, Jg 1968 | Lehrgang 2015/16

«Ich finde, alle Kitas müssten mind. eine Person im Betrieb haben, die den CAS besucht hat. So wie es auch bei der Berufsbildung Personen hat, die den Ausbildnerkurs haben müssen. Der CAS war für mich ein wichtiger Meilenstein.»

Kleinkinderzieherin, Jg 1970 | Lehrgang 2013/14

Erfahrungen & Wissen weitergeben

Die Studierenden bringen ihre neuen Kompetenzen aktiv und laufend in ihr Praxisumfeld ein. Dazu ein Erfahrungsbericht einer Absolventin, die Lernende begleitet:

 

«Die Lernende hat gesagt, dass sie in der Schule und im ÜK sehr viel mit anderen Lernenden und Lehrern diskutiert und von einer Mit-Lernenden nach "Bastelideen" gefragt wurde. Sie hat dann erzählt, was wir im Alltag zum Thema "Kreativität" alles machen und dass sie das Wort basteln schon seit einem Jahr nicht mehr braucht. Beim erzählen hat sie fast geweint und gesagt, sie sei so dankbar, wie viel sie lernen darf und wie sie meine Motivation sieht, im Alltag "Ästhetische Bildung" zu leben.

Was ich auch extrem spannend fand ist, dass für sie – seit ich den CAS mache – Druck genommen worden ist. Sie hat gesagt, es fällt ihr viel leichter, "Angebote" für die Kinder im Alltag zu schaffen, da sie sieht wie mit "einfachem" ästhetischem Material so viel Kreatives entsteht. Es macht ihr so viel Freude, Prozesse zu beobachten und ich finde es immer wieder spannend, wie wir im Alltag uns natürlich über diese Prozesse austauschen und der Fokus schon seit langem auf keinem Produkt mehr liegt. (…)

Auch meine Kitaleiterin hat gesagt, wie richtig zu spüren ist, dass durch mein Vorleben der "Funke" auf die anderen Gruppen und Teammitglieder übertragen wird – genau das, was mit dem CAS und Lapurla erreicht werden möchte!!

Ich kann mich noch an ein Feedback von einer vorherigen Studentin erinnern, die sagte, der CAS hat ihr eine neue Sicht auf unseren Alltag mit den Kindern ermöglicht, und das kann ich so nur unterschreiben! Es macht WIEDER freude, die Welt mit den Kindern zu entdecken. 

 

Danke danke danke!!»

WEITERFÜHRENDE LINKS

«Gedacht heisst noch nicht gesagt, gesagt heisst noch nicht gehört, gehört heisst noch nicht verstanden, verstanden heisst noch nicht einverstanden, einverstanden heisst noch nicht getan.»

Cornelia Kazis (Journalistin u. Redakteurin) frei nach Konrad Lorenz (Verhaltensforscher)