Selbstbestimmung

Unser Leben ist stark reguliert: Egal ob am Arbeitsplatz, im Quartier, der Schule oder im Familienleben. Zunehmend wird unser Alltag von vorgegebenen Faktoren bestimmt, welchen wir uns vielleicht ausgeliefert fühlen. Wie schaffen wir es, uns inmitten von starken Strukturen, Vorgaben und Prozessen trotzdem selbstbestimmt zu bewegen?

Lapurla
Illustration: Lorenz Meier
«Jedes Kind, egal welchen Alters, möchte so selbstbestimmt wie möglich leben. Im (Schul-) Alltag sind Kinder oftmals zu sehr fremdbestimmt.»

Remo Largo, CH-Kinderarzt, 2019

Planlose Zeit planen

Oftmals funktioniert der (Familien-)Alltag nur gut organisiert und durchgetaktet. Die Agenda und der Stundenplan geben vor, was wann zu tun ist. Rar ist die Zeit, die frei verfügbar ist. Statt diese kostbaren Lücken ebenso mit ambitionierten Vorhaben zu füllen, sie einfach als «freie Zeit» blockieren. Und sich dann einlassen auf das, was sich zusammen mit den Kindern aus der Situation heraus ergibt. 

 

Ideen der Kinder verfolgen

Die kreativsten Ideen kommen von den Kindern selbst. Statt sich als Eltern und Betreuungspersonen den Kopf zu zerbrechen und gut gemeint vorzugeben, was zu tun ist: lieber mal versuchen, sich auf das einzulassen, wovon das Kind fasziniert ist und woran es in diesem Moment Gefallen findet. So lernen Kinder die Kraft und Freude am selbstbestimmten Handeln und können ihre eigene Kreativität entdecken und entfalten.

«Kinder müssen in ihrer eigenen Langeweile versinken können, damit die Welt um sie herum so still wird, dass sie sich selbst hören können.»

Vanessa Lapointe, Psychologin, 2018

ZUM VERTIEFEN

Prozess versus Produkt

Oder: «Der Weg ist das Ziel»

 

Baustein 1 | S. 35–36

 

Auszug aus der Fokuspublikation «Ästhetische Bildung und Kulturelle Teilhabe – von Anfang an!» (2017)

 

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Zeit und Freiraum als Grundvoraussetzung für Kreativität

Baustein 2 | S. 39–41

 

Auszug aus der Fokuspublikation «Ästhetische Bildung und Kulturelle Teilhabe – von Anfang an!» (2017)

 

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AUS DEN MEDIEN

Was, wenn doch?

Eine philosophisch-musikalische Reflexion über «Selbstbestimmung» von Bodo Wartke.

 

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Wir sollten Kinder – statt auf die Schule – auf das Leben vorbereiten

Der Neurobiologe Gerald Hüther plädiert dafür, Kinder möglichst viel selbst entdecken zu lassen.

 

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Wie Kinder das Fundament ihres Lebens selber aufbauen – und wie Eltern sie dabei unterstützen können

Niemand kann einem Kind Kreativität vermitteln oder Mitgefühl und soziale Kompetenzen lehren, sagt der deutsche Kinderarzt und Autor Herbert Renz-Polster: Das müssten Kinder selber schaffen.

 

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Theorie der multiplen Intelligenzen

Klassische Intelligenztests reichen nicht aus, um Fähigkeiten zu erkennen (und entsprechend zu fördern), die über den Erfolg im Leben in verschiedenen kulturellen Umfeldern (bzw. Berufen) entscheiden.

 

Zum Interview mit Howard Gardner

Mehr Freiraum für Kinder

Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinder und Jugendliche Spiel- und Freiraum, um sich zu bewegen und  Erfahrungen zu machen. 

 

Zur Forderung von Pro Juventute

Wir leben in einer Welt, die immer komplexer wird

Statt unsere Kinder dafür angemessen auszubilden, bereiteten wir sie eher auf eine Welt vor, die längst Vergangenheit ist. Der Lehrer ist daher sicher: «Wir sollten mehr Mut zur Vielfalt aufbringen und die Schüler/innen frühzeitiger stärker nach eigenen Interessen, Talenten und Schwerpunkten entscheiden lassen, welchen Fächern und Themen sie sich verstärkt zuwenden.»

 

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Zum Elternblog

Dem Kind ist langweilig? Grossartig!‌

Langeweile ist eine Wundertüte. Wird Langeweile von den Bezugspersonen des Kindes akzeptiert und mit ihm gemeinsam ausgehalten, so kann sie in einen Raum des Neuen, des Unerwarteten führen.

 

Zum Mamablog | Zum Artikel

Warum sind faule Eltern bessere Eltern?

Der britische Autor Tom Hodgkinson ist Profi in Sachen Entschleunigung: Er schreibt Bestseller über Müssiggang.

 

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Gebt den Kindern eine Stimme

Nur wenn Kinder und Jugendliche früh die Bedeutung der Demokratie für unsere Gesellschaft begreifen, können sie später die Verantwortung für sie übernehmen.

 

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Lasst Kinder Kinder sein

Leider verstehen sich immer mehr Eltern als Trainer ihrer Kinder. Wahnsinn. Ein Plädoyer für mehr Freiheit.

 

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Wir haben jetzt schon ­Kinder mit Burn-out

«Wir sollten unsere Gesellschaft radikal überdenken», fordert der Kinderarzt Remo Largo.

 

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Wenn wir uns durch unsere Erwartungen selber stressen

Wie viel kann und soll ich von meinen Kindern erwarten? Wann fördere ich sie, wann stresse ich sie? Wie kann ich selber damit umgehen, wenn nicht alles so klappt, wie ich mir das vorstelle?

 

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Die Kinder werden zu überangepassten Wesen

Rund ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler leidet unter dem Druck der Leistungsgesellschaft und entwickelt körperliche und psychische Symptome. Burn-outs gibt es mittlerweile bereits in der Primarschule. Der bekannteste Kinderarzt der Schweiz über die heutige Massengesellschaft, überforderte Kinder und neue Formen des Zusammenlebens.

 

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Helikopterkinder – Wenn zu viel Druck Eltern schadet

Ein Spiegel für Erwachsene: Nicht nur zum Schmunzeln.

 

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«Wir haben das Spiel kommerzialisiert – wo Kinder auch hinkommen, stehen schon Erwachsene mit ihrem pädagogischen Konzept parat.»

Tom Hodgkinson, Autor, 2015