Offenheit und Neugier

Kinder wachsen heute in einer vielfältigen, multikulturellen Gesellschaft auf. Offenheit und Neugier sind nötig, um die Diversität als Bereicherung anzuerkennen: Impulse von anderen aufnehmen, aber auch eigene setzen und wirken lassen. Wie schaffen wir es, offen unserem Umfeld zu begegnen und uns neugierig auf Unbekanntes einzulassen?

Lapurla
Illustration: Lorenz Meier
«Neugier und Offenheit spielen eine grössere Rolle als Fleiss und Ausdauer.
Für den Erfolg eines Kindes in Mathe und Lesen sind Neugier, Kreativität und Selbstsicherheit wichtiger als gemeinhin angenommen. »

Margherita Malanchini, Entwicklungspsychologin, 2019

Ziellos zum Ziel

Vieles, was wir in der heutigen Leistungsgesellschaft tun, verfolgt ein klares Ziel. Das Messen und Vergleichen erzeugt einen enormen Druck. Wir fühlen uns gezwungen, in allen Bereichen effizient, produktiv und fokussiert vorzugehen. Jedoch entstehen oftmals die besten Ideen, wenn man sich einfach mal auf das Tun – den Weg zum Ziel – einlässt. Nicht zu wissen, wo man landet und was genau dabei herauskommt, wirkt sehr befreiend. Und wenn es uns gelingt, Umwege, Ungeplantes und Unerwartetes nicht als Scheitern, sondern als Bereicherung zu sehen, dann haben wir fruchtbaren Boden für Kreativität geschaffen! Und fühlen uns erst noch gestärkt und gut dabei.

 

Hinter unbekannte Türen schauen

Orte, um die Kreativität anzuregen, gibt es überall: An Kulturorten im Quartier oder in der Natur. Manchmal braucht es Mut, neue Türen zu öffnen und hineinzublicken. Es lohnt sich, Vorurteile und Berührungsängste hinter sich zu lassen und sich stattdessen neugierig mit den Kindern auf Neuland zu begeben.

Indem Kinder fernab von Leistungsdruck lernen, sich auf Unerwartetes einlassen und diesen «Schwebezustand» begrüssen, gehen sie auch im Alltag agiler und offener mit noch unbekannten Herausforderungen um.

«Wer seine Kreativität optimal entwickeln möchte, muss im Prinzip alles (!) kritisch in Frage stellen können.»

Gottlieb Guntern, CH-Kreativitätsforscher, 1994

ZUM VERTIEFEN

Vom Vorleben übers Mitmachen zum Machenlassen

Oder: «Achtsamkeit gegenüber und Annehmen von Zufälligem»

Baustein 4 | S. 47–48

 

Auszug aus der Fokuspublikation «Ästhetische Bildung und Kulturelle Teilhabe – von Anfang an!» (2017)

 

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Kulturelle Teilhabe bedeutet Community Education

Oder: «Dazugehören heisst in Beziehung treten mit Menschen und Orten»

Baustein 6 | S. 55–56

 

Auszug aus der Fokuspublikation «Ästhetische Bildung und Kulturelle Teilhabe – von Anfang an!» (2017)

 

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AUS DEN MEDIEN

Wie Lernen am Besten gelingt

Es muss «bedeutsam» sein und «unter die Haut gehen». «Neugier & Begeisterung» sind Voraussetzung für Lernen, sagt der Neurologe Gerald Hüther.

 

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Neugier und Offenheit sind wichtiger als Fleiss und Ausdauer

Für den Erfolg eines Kindes in Mathe und Lesen sind Neugier, Kreativität und Selbstsicherheit wichtiger als gemeinhin angenommen.

Die Entwicklungspsychologin Margherita Malanchini erklärt, warum.

 

Zum Artikel (Englisch)

 

Wie man Kinder auf den richtigen Weg bringt: Kaum können die Kleinen laufen, schickt man sie schon in die Frühförderung. Dabei lernen sie in der Spielecke oder im Wald viel mehr.

 

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Neugierige Erwachsene regen Kinder an

Die ersten Lebensjahre entscheiden, ob und wie ich mich als lernenden Menschen wahrnehme. Das sagt Heidi Simoni vom Marie Meierhofer Institut.

 

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Darum ist freies Spiel so wichtig

Menschen, die als Kind genug Raum, Zeit und Anregungen für freies, vielfältiges Spiel hatten, bringen bessere Voraussetzungen mit, um mit anspruchsvollen Situationen umgehen zu können. Es wird ihnen leichter fallen, innovativ zu sein und eigene Interessen zu entwickeln.

 

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Was ist ein Freiraum für Kinder?

«Viele Kinder machen zu wenig elementare Alltagserfahrungen», sagt der Kinderarzt Markus Weissert.

 

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Jedem Kind sein Museum

Museum mit Kind, das geht. Sogar ziemlich gut. Welche Museen nicht nur Kunst, sondern auch Unterhaltung für die Kleinen bieten.

 

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Finde ein kinderfreundliches Museum in deiner Nähe bei der Museumslupe

Bespielbare Orte

Den öffentlichen Raum neu denken – auf dem Weg zur bespielbaren Stadt.

Und wenn wir auch Kulturorte dazu zählen?

 

Link zu Pro Juventute

Brauchen wir eigentlich Spielplätze?

Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann.

 

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Wir brauchen nicht noch mehr Spielplätze!

Das Versagen der städtischen Umwelt ist direkt messbar an der Zahl der Spielplätze.

 

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«Eine Stadt, in der Kinder den öffentlichen Raum spielerisch mit-gestalten und sich sicher bewegen können, ist auch lebenswert für Erwachsene. Kinder sind damit eine Art Indikator für die allgemeine Qualität des Lebensraums 'Stadt'.»

Pro Juventute, «Vom Spielplatz zur bespielbaren Stadt», 2018